tanz unplugged

 

"Hope is a physical commitment. Our being-together in the world is a living, breathing practice that must remain grounded in our flesh and bones, even as it is increasingly conducted across virtual communities."

(Ann Cooper Albright)

 

Das Projekt Tanz unplugged hat sich zum Ziel gesetzt ein pandemiegerechtes Tanzformat zu entwickeln, welches ohne den digitalen Raum funktioniert.

Dafür habe ich meinen disziplinären Horizont als Choreografin ausgeweitet, um Bild und Text zum zentralen Element eines performativen Prozesses zu machen. Mein Anliegen war es, etwas Haptisches zu entwerfen, was greifbar ist und somit körperlich erfahrbar bleibt. Etwas, dass Berührung und Zwischenmenschlichkeit transportiert.

 

Es enstand die Idee einer Postkarten- Reihe. Damit verfolgte ich den Wunsch, dass in Pandemiezeiten, trotz "social distancing", das soziale Netzwerk einer/s Jeden genutzt und erinnert werden kann für eine Aktion von Gemeinschaftlichkeit und Vernetzung jenseits digitaler Strukturen. Um diese Idee umzusetzen, habe ich gemeinsam mit dem Grafikdesigner Bruno Jacoby, ein Postkarten- Format entwickelt, das ausgehend von einem DIN A5 Format über Perforierungen mehrfach teilbar ist und somit bis zu fünfmal versendet werden kann. Neben der Möglichkeit der Fragmentierung der Karte, enthält sie ebenfalls kleine Scores, welche den Körper einbeziehen. Als Motiv wählte ich Bilder des Fotografen Rüdiger Breitbach, die kurz vor der Corona Pandemie (während der Produktion des generationsübergreifenden Tanzstückes re-member von Teresa Hoffmann und Lina Höhne) entstanden sind. Die  Bilder zeugen von damals im Tanz noch völlig normaler Nähe zwischen den Körpern und zwischen den Generationen und stellen somit neuen Körperordnungen von Distanz und Individualisierung eine Erinnerung gegenüber.

 

Ich begreife den Weg der Karten und Motive, als choreografischen Prozess, welcher sich über die Menschen, deren soziale Netzwerke, und die daraus entstehenden Wege und Verbindungen entfalten kann.

 

Projektidee: Lina Höhne

Co-Creation und Design: Bruno Jacoby

Fotos: Rüdiger Breitbach

Tänzerinnen: Teresa Hoffmann, Lina Höhne, Ume Horikoshi, Kadysha N´Diaye, Natascha Golubtsova, Clara Marie  Müller

Pforzheim / Karlsruhe / Enzkreis, Juli-Dezember 2021

 

Das Projekt wurde gefördert durch ein Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg.